Indonesien – ein Leben zwischen aktiven Vulkanen, Erdbeben und Tsunami

Ich lebe jetzt seid insgesamt 16 Monaten in Indonesien. In dieser relativ kurzen Zeit habe ich gelernt das Leben mit anderen Augen zu sehen. Wertvorstellungen ändern sich komplett. Die Natur erinnert mich fast täglich daran, wie zerbrechlich wir sind. Durch meine Abo´s auf Twitter bekomme ist fast live mit wenn irgendwo in Indonesien die Erde bebt, ein Vulkan seine Aktivität verändert oder vor einem Tsunami gewarnt wird. Leichte oder mittlere Erdbeben gibt es fast täglich in irgendeinem Teil dieses riesigen Inselstaates.

Aktive Vulkane habe ich jetzt schon einige hautnah gesehen. Das sind unvergessliche Eindrücke, die aber nicht ganz ungefährlich sind. Es gibt hier gute Warnsysteme die vorhersagen, wenn ein Vulkan seine Aktivität verändert. Das funktioniert aber nicht immer. Manchmal wird ein Vulkan von der einen Minute zur anderen aktiv und schleudert Asche und Felsbrocken in die Luft. Das ist in den letzten Monaten mehrmals vorgekommen und es gab jedes mal verletzte Touristen. Anscheinend verwechseln viele Touristen die spektakuläre Natur mit Disneyland und wundern sich wenn es plötzlich ungemütlich wird.

Mein erstes Erdbeben hier erlebte ich vor ein paar Monaten auf Bali. Es war das erste größere Beben mit Zentrum im Norden Lomboks. Ich bin morgens aufgewacht, da die Türen meines hölzernen Bungalows auf und zu schlugen. Es dauerte in paar Sekunden bis ich registrierte was eigentlich los war. Mein Bungalow wankte im gleichmäßigen Rhythmus hin und her. Nach ca. einer halben Minute war alles vorbei. Eine Woche später war dann das große Beben auf Lombok. Zu dieser Zeit war ich in meinem Haus auf Java. Diesmal war es am Abend. Zuerst bemerkte ich das sich das Wasser in meinem Glas auf dem Tisch bewegt. Dann fühlte ich die Schwankungen selbst. Sofort ging ich aus dem Haus ins Freie. Mein Auto vor dem Haus neigte sich heftig nach links und rechts. Auf Twitter sah ich sofort, das das Zentrum wieder im Norden Lomboks war. Diesmal leider mit verheerenden Folgen. Ich habe Freunde in dem kleinen Dorf Buani in Nordlombok. Dort habe ich schon viel Zeit verbracht. Von diesem Dorf und den Dörfern in der Umgebung blieb kein einziges Haus stehen. Andere Freunde aus Mataram haben sofort über Facebook zu Spenden aufgerufen, um die verwüsteten Regionen mit Trinkwasser, Reis, Babynahrung usw. zu versorgen. Sie haben am nächsten Tag ihren Minivan vollgeladen und sind los gefahren. Solche Aktionen sind unbezahlbar und lebenswichtig für die betroffenen Menschen. Natürlich bringt auch der Staat Hilfsgüter, Medizin und andere Hilfe. Es dauert aber immer ein paar Tage bis diese in den meist entlegenen Gebieten eintreffen.

Vor 2 Tagen gab es ein sehr schweres Erdbeben und einen Tsunami in Zentral Sulawesi. Zu dieser Zeit fand dort ein Gleitschirm Wettbewerb für Streckenfliegen (XC) statt. Um die 30 Piloten nahmen teil. Sie waren in einem großen Hotel in Palu an der Küste untergebracht. Das komplette Hotel ist eingestürzt. Sieben Piloten die ich zum Teil persönlich kannte, werden noch vermisst. Die kompletten Ausrüstungen wurden samt Lagerhalle vom Tsunami ins Meer gerissen.
Es gibt noch einige Geschichten dieser Art die ich erzählen könnte.

Was auch immer geschieht, die Menschen sind stark und stehen immer wieder auf. Sie leben seid Urzeiten mit diesen Naturgewalten. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum sie ihr Leben besser und unbeschwerter genießen können als die Menschen in hochentwickelten Ländern wie z.B. Deutschland. Viele typische Probleme aus der westlichen Welt sind hier völlig unbekannt und bedeutungslos.

In diesem Sinne – genießt euer Leben, respektiert die Natur und kommt nach Indonesien um dieses wunderschöne Inselparadies selbst zu erleben.

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