Mit dem Camper durch Indonesien – Teil 3 / Durch Flores und zurück nach Java

Nach dem Trip zu den Komodo Inseln ging es von Labuan Bajo aus weiter quer durch Flores. Die gesamte Strecke besteht nur aus Kurven. Nur sehr selten kann man sich auf einem geraden Stück etwas von der anstrengenden Fahrt erholen. 3,5 Stunden für 100km sind hier normal. An den Tankstellen bilden sich meist sehr lange Schlangen da die Versorgung nicht immer pünktlich ankommt. Oft muss man im Auto übernachten bis wieder eine neue Lieferung ankommt. Einen kurzen Stop auf meiner ersten Etappe auf Flores machte ich bei den Spiderweb ricefields. Von einem Hügel aus betrachtet sehen diese Reisfelder wie ein großes Spinnennetz aus. Diese seltsame Aufteilung hat natürlich einen Grund.

Die Reisfelder gehören den Gemeinden und alle Einwohner haben ein Recht einen Teil kostenlos zu bewirtschaften. Die einfacheren Bauern bekommen einen kleineren Teil aus der Mitte, Familien mit einem höheren Status oder z.B. Staatsangestellte bekommen einen größeren Teil am Rand. Wenn man aus der Gemeinde weg zieht, muss man seinen Teil zurück geben.

Am Abend campte ich am pantai mausui, einem einsamen Strand am Rande einer großen trockenen Savanne und gegenüber des aktiven Vulkans Gunung Inrie. Was für ein atemberaubender Anblick, als die Sonne am nächsten Morgen hinter dem Vulkan aufging und die Landschaft wie auf einem Gemälde aussehen ließ. Neben meinem Camper mündete ein kleiner Fluss ins Meer in dem sich eine große Familie Wasserbüffel abkühlte. Frei laufende Pferde galoppierten an mir vorbei, hinüber zur Savanne.

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Auf dem Weg zum nächsten Etappenziel der kleinen Stadt mit dem Namen Ende, besuchte ich ein traditionelles Dorf direkt am Fuß des Gunung Inerie. Die Menschen hier leben und pflegen ihre alten Brauchtümer, so wie es schon viele Generationen vor ihnen getan haben. Was für ein ruhiger und friedlicher Ort.

Die kleine Hafenstadt Ende ist leider das krasse Gegenteil. Überall Plastik und anderer Müll. Die Kinder spielen mit dem Plastikmüll am Strand. Die meisten jungen Menschen sitzen gelangweilt am Straßenrand und rauchen. Für Touristen hat die Stadt absolut nichts zu bieten.

Möglichst schnell wollte ich diesen Ort wieder verlassen und mich auf den Weg zum Vulkan Kelimutu machen. Viele Kurven und ein paar Stunden nach Ende fuhr ich die letzten Kilometer hoch zum Vulkan durch einen wunderschöner Regenwald mit Baumfarnen, ähnlich wie auf Java. Während der kurzen Wanderung zum Krater hörte man aus der Ferne immer wieder die Rufe der Gibbons. Leider war das Wetter nicht so perfekt und immer wieder verhüllten Wolken den Blick auf die 3 Seen mit unterschiedlichen Farben im Krater. Durch Mineralien verändern sich die Farben der Seen manchmal. Von dunkelblau über hellgrün bis zu rosa.

Von hier ging es wieder in zahllosen Kurven hinunter bis zum östlichsten Ort dieses Trips, dem Koka beach. Ein weiterer paradiesischer Ort und wieder campen direkt am Strand. Genau gesagt sind es 2 Strände die durch einen kleinen Felsen und einer Sandbank abgetrennt sind. Glasklares sauberes Wasser, feiner Sand und frische Fische im Überfluss. Der kommerzielle Fischfang ist vor der Küste verboten. Dem entsprechend einfach ist es für den Besitzer des kleinen Warungs am Strand, die Fische für das tägliche BBQ zu fangen. Er hat den christlichen Namen Blasius und spricht ein gutes Englisch. Er gehört zu den wenigen Menschen auf Flores, die aufstehen und etwas verändern möchten. Mit seinem Elan ist er und seine kleine Familie jedoch leider alleine. Er hat das gleiche Problem wie schon die Gastronomen in Labuan Bajo. Niemand will ihm helfen, keiner hat den Willen etwas zu lernen oder zu verändern. Genau das spiegelt auch meine Eindrücke wieder.

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Flores ist eine wunderschöne Insel mit atemberaubender Natur. Die Kurvige Straße von Labuan Bajo im Westen bis nach Maumere im Osten wurde erst vor ein paar Jahren gebaut. Vorher war es nur eine schmale einspurige Straße, zum Teil ungeteert. Die Menschen lebten vorher relativ abgeschieden und daran hat sich auch durch die Straße nicht viel geändert. In den meisten Orten müssen die Bewohner ihr Wasser immer noch von einer zentralen Wasserstelle zu ihren Hütten tragen. Das ist das Erste und das Letzte was sie am Tag machen. In vielen Orten gibt es noch immer keine Schule. Die Straße hat an dem allen leider nichts geändert. Oft wird die aufgeheizte Straße benutzt um Kakao- oder Kaffeebohnen zu trocknen. Die Straße bring Touristen und Güter vom Westen in den weit entfernten Osten der Insel. Dazwischen sind leider nur eine Hand voll Orte mit Sehenswürdigkeiten die davon profitieren. Alle anderen bleiben mehr oder weniger leider auf der Strecke. Ich bin es ja mittlerweile gewohnt angestarrt zu werden, aber hier kam ich mir vor wie ein rosa Elefant der auf Rollschuhen durch die Dörfer fährt.

Nach ein paar schönen Tagen am Strand von Koka machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Java. Das Fahren auf den kurvigen und teilweise gefährlichen Straßen ist anstrengend und ermüdend.

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Bei einem 3 tägigen Stop auf Bali erlebte ich ein schweres Erdbeben mit Zentrum am Mt. Rinjani auf Lombok. Früh um 7 Uhr wachte ich auf, da das gesamte Holzhaus extrem gewackelt hat. Mein Bett, die Türen, alles krachte und bewegte sich. Es war ein sehr seltsames Gefühl und man merkt wieder mal wie mächtig die Naturgewalten sind.

Ich habe auch schon wieder neue Pläne im Kopf. Die verrate ich aber erst, wenn es soweit ist 😉

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2 Gedanken zu “Mit dem Camper durch Indonesien – Teil 3 / Durch Flores und zurück nach Java

  1. Das liest sich wieder super interessant. Habe alle deine Berichte gelesen und mir auch ausführlich deinen ganzen Bilder betrachtet. Es gehört für mich auch sehr viel Mut dazu so etwas zu Unternehmen. Ich wünsche dir weiterhin viele und interessante Abenteuer .

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