Mit dem Camper durch Indonesien – Teil 2 / Von Java nach Flores

Hafen von Banyuwangi mit Mt. Ijen
Hafen von Banyuwangi mit Mt. Ijen

Am 01.07. machte ich mich von Banyuwangi aus auf den Weg nach Flores. Hin und zurück sind das mehr als 3000 km. Das ist in Indonesien eine echt lange Strecke, wenn man bedenkt das man für 200 km oft einen ganzen Tag benötigt. Zwischen Banyuwangi / Java und Flores befinden sich die Inseln Bali, Lombok und Sumbawa. Das heißt mehrmals das Fahrzeug auf eine Fähre verladen, falls man einen Platz bekommt und dann viel Zeit auf See verbringen.

 

Auf Bali musste ich einen ersten kurzen Zwangsstopp einlegen. Mitten in Denpasar versagte plötzlich die Bremse. Nur mit viel Kraftaufwand konnte ich mein schweres Fahrzeug langsam zum stehen bringen. Nach einer kurzen Erholungsphase nach diesem Schock fuhr ich langsam und mit viel Abstand zu anderen Fahrzeugen zu einer 15km entfernten Unterkunft. Ich organisierte einen Mechaniker, der vor Ort schnell die Fehlerquelle gefunden hatte. Die Antriebswelle für die Vakuumpumpe war gebrochen. Diese ist unter anderem für die Funktion des Bremskraftverstärkers zuständig. Wieder was gelernt. Nach einem ganzen Tag suchen in Denpasar hatte er das passende Ersatzteil gefunden und vor Ort alles wieder zum laufen gebracht.

P1020762
Reparatur vor Ort

So läuft das hier, unkompliziert und ohne Werkstatttermin.

 

Danach ging es sofort weiter nach Lombok zu meinem Freund Dodi und seiner Familie in Kuta. Da ich etwas spät am Fährhafen angekommen war, verbrachte ich die 6 Stündige Fahr auf der Fähre bei Nacht. Was ich da erlebte war schon fast ein bisschen kitschig. Bei hell leuchtenden Mond auf offener See wurde das Schiff für eine längere Zeit von einer großen Gruppe Delfinen begleitet. Sie jagten direkt neben der Fähre kleinere Fische und sprangen dabei sehr oft weit aus dem Wasser. Einfach wunderschön so etwas zu sehen.

Bei Dodi auf Lombok verbrachte ich nur 2 Nächte. Zum fliegen ist es dort seit mehreren Wochen zu windig. Also machte ich mich schnell wieder auf den Weg nach Sumbawa. Je weiter man nach Osten kommt, desto mehr Planung ist für den Kraftstoff nötig. Die Tankstellen werden weniger und nicht selten ist der Diesel, hier „Solar“ genannt, gerade mal wieder leer.

In Sumbawa angekommen plante ich ein neues Fluggebiet an der Küste zu testen, nur 45 Minuten vom Hafen entfernt. Neben dem Flugberg befindet sich ein kleines muslimisches Dorf in dem die Straße endet. Neben dem Dorf direkt am Strand war ein Sportplatz auf dem ich meinen Camper platzierte. Viel Plastik war hier überall zu sehen. Kein schöner Anblick. Nicht weit von hier entfernt befindet sich eine der vielen indonesischen Goldminen und eine Karaokebar in der auch Alkohol ausgeschenkt wird. In der Nacht zwischen 8 und 9 Uhr kamen 3 alte Männer vom Dorf zu mir. Sie meinten ich kann hier nicht stehen bleiben da es hier sehr gefährlich ist. Schon öfters wurden hier einheimische überfallen und ausgeraubt. Er zeigte mir große Narben von Messern und Schusswunden an seinem Körper. Er wurde bei einem Überfall schwer verletzt, da er sich gewehrt hatte. Jetzt wurde mir doch etwas mulmig. Sie boten mir an auf ihrem großen Dorfplatz zu campen, dort sei es absolut sicher. Ok, alles eingepackt und umgezogen. Leider war genau neben dem Dorfplatz die Moschee mit ihren überdimensionalen Lautsprechern. Die Nacht war dementsprechend kurz. Das alles verursachte ein ungutes Gefühl bei mir und ich hatte wirklich keine Lust mehr hier zu fliegen. Da kann der Hügel noch so gut sein. Also nach dem Frühstück alles wieder eingepackt und weiter ging es Richtung Osten.

Für die rund 400km quer durch Sumbawa muss man 2 Tage einplanen. Von dieser Insel bin ich hin und her gerissen. Die Landschaft ist während der gesamten Strecke nahezu gleich. Trocken und heiß, überall frei laufende Ziegen und Kühe. Dazwischen immer wieder grüne Oasen mit Reisfeldern oder Kokospalmen. Oft erinnert die Landschaft an Südspanien oder Griechenland im Sommer. Und immer wieder viel Plastik am Straßenrand und in den Dörfern. Die Landschaft ist irgendwie schön, aber leider werden die Menschen hier vom Staat nur wenig unterstützt. Ihr Wissen über Umweltverschmutzung und Naturschutz hinkt um viele Jahre hinterher.

P1020776
Camping auf Sumbawa

Auf halber Strecke direkt neben der Straße an der Küste sah ich am späten Nachmittag eine große grüne Wiese mit Pferden, einem Stall und einem einfachen Wohnhaus. Ein guter Platz zum campen dachte ich und fragte einfach mal nach. Mit offenen Armen wurde ich eingeladen auf ihrem Grundstück zu campen. Hier gab es keinen Strom und das Wasser kam aus einem selbst gegrabenen Brunnen. Der Platz war wunderschön, direkt am Meer mit Mangrovenbäumen. Angeblich gibt es hier auch Salzwasserkrokodile. Zum Glück ist mein Zelt auf dem Dach meines Campers sicher vor solchen ungebetenen Gästen.

 

Am nächsten Tag dann weiter zum Fährhafen nach Sape. Was für ein chaotischer Ort. Die Fähre nach Flores geht nur 1x pro Tag, das sagten die einen. Andere meinten 2x. Irgendwann früh um 9 Uhr, vielleicht auch 2 Stunden später. Es gab kein System zum registrieren, das man am nächsten Tag auch wirklich mitgenommen wird. Ich musste eine Nacht am Hafengelände im Auto schlafen. Was für ein Horror. Das Hafengelände ist

P1020797
Hafen in Sape
P1020813
Fähre nach Flores

ein Treffpunkt für Jugendliche, Kinder, Ziegen und Schafe. Jeder kann hier unkontrolliert rein und raus. Den Geruch und die Sauberkeit zu beschreiben lasse ich mal lieber weg. Am Morgen bekam ich dann doch irgendwie ein Ticket, damit war aber noch nicht gewährleistet das ich auch einen Platz bekomme. Die Fähre kam um ca. 8 Uhr an und wurde zur gleichen Zeit be- und entladen. So etwas chaotisches habe ich noch nie gesehen. Es dauerte ewig, bis ich dann doch als eines der letzten Fahrzeuge auf die Fähre konnte. Ich war froh, das ich diesen Ort endlich verlassen konnte.

 

Im Westen Sumbawas gibt es ein paar schöne Fluggebiete, aber es ist kein Ort an dem ich leben möchte.

P1020822
Labuan Bajo
P1020841
Labuan Bajo

In Flores angekommen, sieht die Welt wieder komplett anders aus. Flores ist die christliche Oase Indonesiens. Viele Kirchen und nur vereinzelt mal eine Moschee. Direkt vor der Westküste befindet sich der Komodo Nationalpark mit den größten Echsen der Welt und einer bunten Unterwasserwelt die viele Touristen anlockt. Dementsprechend bunt ist das Leben in Labuan Bajo, eine kleine Stadt an der Westküste mit dem Fährhafen. Der Ort platzt aus allen Nähten. Es kommen mehr Touristen als der Ort aufnehmen kann. Überall wird gebaut und viele Arbeitskräfte werden gesucht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von hier aus machte ich eine Tour auf die Komodo Inseln. Was für ein Traum! Unzählige Inseln zogen auf dem Weg an unserem Speedboat vorbei. Eine atemberaubende Landschaft aus Inseln mit schneeweißen sauberen Stränden und glasklarem Wasser. Auf den Inseln die Komodowarane und Unterwasser eine bunte Welt die man beim schnorcheln bestaunen kann. Ich war fasziniert und überglücklich das erleben zu können.

So kann es weiter gehen.

Fortsetzung folgt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s