3 Tage in Singapur

Alle 6 Monate muss ich Indonesien verlassen und in einer indonesischen Botschaft außerhalb Indonesiens ein neues Visum beantragen. Dafür eignet sich am besten Singapur. Die Flüge von Indonesien nach Singapur sind günstig und die Prozedur um das Visum zu bekommen dauert nur 2 Arbeitstage. In Deutschland dauert es bis zu 4 Wochen.
In 3 Tagen kann man natürlich nicht alle Highlights besuchen, aber um sich eine Meinung zu bilden reicht die Zeit völlig aus.
Wer mich kennt weiß das ich touristische Orte mit großen Menschenansammlungen lieber meide. Statt dessen mische ich mich gerne unter das Volk, schlendere durch enge Gassen und esse an Orten wo es nicht nach einem Sternekoch aussieht. Und das am besten auch noch zu späterer Stunde um…

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…das echte Leben zu sehen.
Singapur zählt zu den reichsten Staaten der Welt und zu den Staaten mit den höchsten Lebenshaltungskosten weltweit. Es ist ein Staat der extremen Kontraste. Hightech und moderne Architektur prägen das Stadtbild. Alles ist picobello sauber. Kein Papierchen und keine Kippe sieht man am Boden liegen. In der U-Bahn könnte man vom Boden essen. Keine Kritzeleien oder Graffiti findet man an den Wänden. Überall sieht man Aufkleber und Schilder was verboten ist und wie hoch die Strafen sind. In der U-Bahn kostet z.B. trinken 500 Dollar, essen 1000 Dollar und ein Feuerzeug anzünden 5000 Dollar. Alles ist natürlich mit Kameras überwacht. Die Menschen scheinen den ganzen Tag unter Stress zu stehen. Sie sind ständig in Eile und niemand lächelt einem zu. Morgens um 8 Uhr ist Rushhour in der U-Bahn. Sie ist proppenvoll ABER – es herrscht eine Totenstille. Alle, wirklich alle haben das Smartphone vor dem Gesicht. Hört man doch mal jemanden sprechen, dann sind es meist Touristen. Auch beim laufen in der Stadt oder in den Bahnhöfen haben die meisten Menschen das Smartphone vor dem Gesicht. Ich sah Plakate an den Wänden mit Texten die die Menschen darauf hinweisen sollen die Augen ab und zu vom Smartphone abzuwenden um ihnen eine kurze Entspannung zu gönnen. Die Plakate sieht nur keiner, da die Blicke ja ständig auf das Smartphone gerichtet sind.
Auf den Straßen sieht man viele Elektrofahrzeuge, Elektromotorräder, -roller, -fahrräder und sogar Elektroeinräder. Ich kam mir vor wie in einem science fiction movie in dem man nicht mehr unterscheiden kann wer Mensch und wer Roboter ist. Ich habe mich mit ein paar Taxifahrern, Kellnern usw. unterhalten. Alle sagten das es sehr schwer ist, genügend Geld zu verdienen um das Leben in der Stadt finanzieren zu können. Dem entsprechend sieht es nachts in einigen Straßen auch ganz anders aus. Betrunkene, Drogensüchtige und Prostituierte. Wie in jeder anderen Großstadt auch sieht man in Singapur diese Schattenseite des Großstadtlebens. Ich hab sogar miterlebt wie eine „special squad“ für Alkohol- und Drogensüchtige im Einsatz war. Es war ein Krankenwagen mit der Aufschrift „special squad“ in dem auch immer ein Polizist mit sitzt. Es wurde niemand verhaftet. Sie sind unterwegs um abgestürzten Menschen zu helfen, zumindest für diese eine Nacht. Aus Respekt vor den Menschen habe ich hier keine Fotos gemacht. Ich hatte ein paar mal meine Kamera aus der Tasche geholt, es dann aber doch lieber sein gelassen. Mein Bauchgefühl sagte „lass es“.
Ganz anders sieht es mit den tropischen Parks und Wahrzeichen Singapurs aus. Hier kann man knipsen ohne Ende. Man kommt aus dem staunen nicht mehr heraus.
Auch zum shoppen ist Singapur natürlich bestens geeignet. Speziell Hightech-Produkte sind hier sehr günstig. Z.B. die neueste GoPro ist in Singapur 120 Euro günstiger als in Deutschland. Wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man in Singapur einen unvergesslichen Urlaub verbringen. Es reichen aber auch schon 3 Tage um hier unvergessliche Eindrücke mitzunehmen. Ein Leben in Singapur wäre für mich aber unvorstellbar.

In rund 6 Monaten werde ich wohl wieder in Singapur sein. Ich bin mal gespannt, welche neuen Überraschungen und Eindrücke mich dann erwarten.

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