Mit dem Camper durch Indonesien – Teil 1

„Hit the road!“ hieß es am 31.03. als ich mit meinem Ford Everest in Richtung Sumbawa aufbrach. Zuerst mit der Fähre nach Bali und die erste Nacht direkt am Startplatz von Nyang Nyang verbracht. An das chaotische Fahren habe ich mich recht schnell gewöhnt. Generell muss man jede Sekunde mit allem rechnen. Absolute Aufmerksamkeit und Geschwindigkeiten von selten mehr als 60km/h. Von Bali aus ging es dann direkt weiter nach Lombok mekaki. Das ist ein traumhafter Strand im Südwesten Lomboks und natürlich auch ein Fluggebiet. Fliegen an einem Ort wie diesem, einfach ein Traum. Keine Touristen, der nächste Ort 20 Minuten entfernt und Landen direkt an der mitgebrachten Unterkunft. Morgens vom Vogelgezwitscher geweckt werden und direkt am Strand frühstücken. Klingt schon etwas kitschig ich weiß, aber genau so ist es. Mein Fahrzeug ist perfekt um eine Woche an so einem Ort unabhängig zu campen. Am Abend ist dann noch ein Schweizer Pärchen mit einem selbst ausgebauten offroad Camper gekommen. Sie sind vor einem Jahr in der Schweiz gestartet und umrunden die gesamte Welt. Beide sind Gleitschirmflieger und hatten sehr interessante Geschichten zu erzählen.

Je länger ich unterwegs bin, desto öfter merke ich das das was ich tue gar nicht so verrückt ist. Auf meiner Reise treffe ich Doktoren, Manager, Psychologen, Wissenschaftler usw., die alle ähnlich unterwegs oder ausgewandert sind wie ich.

Nach ein paar Tagen auf Lombok ging es dann nach West Sumbawa. Eine große Insel östlich von Lombok. Hier gibt es 4 schöne Fluggebiete und ca. 20 Piloten. Sumbawa ist heiß und trocken. Generell kann man sagen, je weiter man von Java nach Osten geht, desto heißer und trockener wird es. Im Bergland gibt es auch auf Sumbawa öfters Gewitter und Regen. Im Flachland ist es aber sehr trocken und es gibt kaum Früchte oder Gemüse zu kaufen. Das Wasser kostet im Supermarkt doppelt so viel als auf Java. Ein Fluggebiet auf Sumbawa möchte ich besonders hervorheben.

Mantar- ist ein kleines altes Dorf auf einem 600 Meter hohen Berg/Hügel direkt an der Küste und nicht weit vom Hafen. Der komplette Berg ist mehrere Kilometer lang und ein top Fluggebiet. Der Startplatz wurde gepflastert und am Wochenende kann man dort Essen und Getränke kaufen. Soaring und gute Thermik, eine super Mischung. Ich bin mir sicher, an guten Tagen kann man hier weit fliegen. Die Piloten von Sumbawa fliegen alle nicht länger als 2 bis 3 Jahre. Vorher ist hier noch nie jemand geflogen. Dem entsprechend wurden auch noch keine Strecken länger als 20km geflogen, da die Piloten noch keine Erfahrung in XC haben. Das einzig negative hier ist der Weg nach Mantar. Zu erst ist es eine sehr schmale geteerte Straße. Schon sehr bald aber endet der Asphalt und ohne Geländefahrzeug hat man dann keine Chance mehr. Der Weg erinnert mehr an ein trockenes Flussbett als an einen Fahrweg. Ein harter Job für meinen Ford und mich. Vor ein paar Jahren gab es übrigen noch keinen Weg hoch nach Mantar. Aus diesem Grund war auch im letzten Jahr ein Fernsehteam aus Jakarta hier um einen Bericht über Mantar zu machen. Direkt hinter dem Startplatz auf einer großen flachen Wiese habe ich mein Zelt aufgeschlagen. Am Abend war ich umzingelt von Kühen, Pferden und Ziegen. Eine eigene kleine und sehr friedliche Welt – Mantar.

Nur ein paar Minuten von Mantar entfernt direkt am Hafen ist Poto Tano. Ein großer Spielplatz für Gleitschirme. Mehrere Hügel, bis zu 200 Meter hoch, Start in alle Richtungen, dazwischen riesige Flächen für Groundhandling und ein schöner Strand. Stundenlanges Soaring und danach ein Sprung ins klare Wasser.

Nach Sumbawa ging es zurück nach Lombok. Camping direkt am Fuß des mächtigen Mt. Rinjani. Hier machte ich beim sammeln von Feuerholz Bekanntschaft mit einem ca. 15cm langen und daumendicken Tausendfüßler. Er hatte sich um meine Hand gewickelt und in den kleinen Finger gebissen. Ich wusste das sie giftig sind, aber nicht wie stark. Da der Biss sehr schmerzhaft war, hab ich gleich mal gegoogelt um zu erfahren was mich jetzt erwartet. Ich war erleichtert zu lesen das sie nicht wirklich gefährlich sind. Das Gift ist nur eben sehr schmerzhaft und mein Finger war 4 Tage lang geschwollen. Gefährlicher sind die Skorpione, die sich auch gerne im trockenen Holz oder Bambus aufhalten.

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Am Mt. Rinjani

Generell kann ich sagen, die Idee ein Campingfahrzeug zu bauen war top. Alles funktioniert bestens. Dusche, kochen, Dachzelt, alles perfekt. Ein paar kleine Nachbesserungen wenn ich wieder zurück in Banyuwangi bin sind schon nötig, aber alles nur Kleinigkeiten.

Im Juli geht es dann auf eine richtig große Tour. Sumbawa wird komplett durchquert, dann nach Komodo und Flores weiter nach Osten. Das wird richtig spannend.

Und – mein Gleitschirm ist immer griffbereit 🙂

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3 Gedanken zu “Mit dem Camper durch Indonesien – Teil 1

  1. Ej Steff ,
    schon bissl beneidenswert was du alles so treibst ! Freut mich das dir gut dabei geht 😊 sicher ein neues Gefühl sich selbst auf eine Art und weise zu erkunden 😉 pass gut auf dich auf mein Freund! Grüße aus der Heimat
    Stef

    Gefällt 1 Person

      1. Hey Stefan, endlich höhrt man wieder was von dir! Das höhrt sich jetzt scho an , als wärst du lange unterwegs gewesen. Hab noch jede Menge Spaß und Vergnügen. Flieg für mich auch mal ne Runde. Machs gut und gib acht.

        Gefällt 1 Person

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